Piqto: Geschichte und Gegenwart

Der folgene Text handelt von der Entehungsgeschichte meines Modelabels Piqto Clothing und reicht von den Anfängen im Frühjahr 2005, bis zur heutigen Zeit. Alle Motive und Kollektionen werden besprochen und analysiert.
Der Text enthält alle Hintergründe und Anekdoten, und soll helfen, die aktuelle Situation besser zu verstehen.


Piqto startete im Spätsommer 2005 als Experiment. Heute ist es viel mehr als das.
Das Projekt ist ein Grundfeilers meines Schaffens, ein Teil von mir. Ich habe von ihm viel gelernt und werde noch viel lernen.

Piqto enstand aus dem Bedürfnis heraus, meine Vorstellungen von Ästhetik und gutem Design preiszugeben und meine grafischen Arbeiten in einer neuen Form der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ich wollte einen Schritt nach vorn wagen.
Außerdem war ich mit den T-Shirts der “Konkurrenz” unzufrieden, deshalb wollte ich eigene Sachen nach meinen Vorstellungen gestalten, Klamotten, die ich selber gerne tragen würde. Es ist eine große Herausforderung tragbare Grafiken zu gestalten, minimalistischer und klüger als die 0815-Trash-Optik der H&M-Träger deutscher Fussgängerzonen – und darin liegt meiner Meinung nach ein sehr feiner Grad.

Ich wollte T-Shirt Designs machen, die einfach schlicht und schön sind, dabei nicht zu viel aussagen, nicht zu auffällig sind, einen nicht mit ihrer vermeintlichen Message anschreien.
Die Entstehung des ersten Logos, und dem folgend der Name, beschreibt die Anfänge von Piqto sehr gut.
Zu jener Zeit, im Frühjahr 2005, war ich getrieben von einer imaginären Affinität zum Brasilien der 60er, 70er Jahre. Hörbar Bossa Nova, visuell Oskar Niemeyer – Kolibris und Rio!
So fand ich mich eines Tages auf der Suche nach einem Brasilianischen Namen. Nachdem mir Pinto in den Kopf kam, spielte ich mit den Buchstaben dieses Wortes, bis so etwas herauskam:

…doch damit war ich noch nicht zufrieden, nächster Schritt: das n wird durch Verlängerung des hinteren Teils zum q:

…jetzt hieß es nicht mehr Pinto, sondern Piqto! – ich war begeistert! Der Name war originell, noch nicht dagewesen, außerdem kurz und prägnant. Aber noch viel wichtiger: er sah gut aus (…zumindest in der Form des Logos). Trotzdem fehlte mir bei der Gesamtästhetik noch etwas, die Harmonie war noch nicht da. Die Lösung: ich drehte den Schriftzug um etwa 45° zeichnete eine Outline und fügte über dem t einen Kreis hinzu:

Das erste Motiv war fertig.
Nun galt es, eine geeignete Druckerei für meine ersten Piqto-Shirts zu finden. Am Anfang suchte ich im Internet, doch fand ich dort nichts geeignetes, außer die Erkenntnis, mit Siebdruck arbeiten zu wollen.
Nach einem Tipp von meiner Mutter machte ich mich auf die Suche nach einem bestimmten Geschäft für Künstlerbedarf, das von einem älteren Herrn geführt wurde, der mir vielleicht helfen könnte. Und so war es. Auf freundliche Empfehlung jenen Geschäftsführers, begab ich mich sodann zur Druckerei BLOCK 6. Dort begrüßte man mich und meine Ideen mit offenen Armen, und so blieb ich der Druckerei in den folgenen Jahren treu und konnte, neben mehreren Piqto Kollektionen, viele weitere Projekte dort verwirklichen.

Nun hatte ich eine Druckerei und es konnte losgehen. Die erste Serie bestand aus 15 weißen (schlecht geschittenen) T-Shirts, auf die mit zweifarbigen Druck das Piqto Logo mittig platziert war.

Dazu bastelte von Hand meine ersten eigenen Etiketten:


Freunde und Familie zeigten sich begeistert, die Qualität des Druckes war hervorragend – ich hatte Lust auf mehr. Und so gingen schon nach ein paar Wochen die nächten Klamotten in den Druck. Diesmal war die Bestellung etwas aufwendiger. Der neue Entwurf, das Kolibri-Blumen Motiv…



…wurde zweifarbig in jeweils zwei verschiedenen Farbkombinationen auf weiße und graue T-Shirts für Jungen, und pinke und blaue T-Shirts für Mädchen gedruckt. Außerdem noch graue Kapuzen- und normale Sweatshirts. Das war im Herbst 2005.





Mittendrin entstanden die ersten Sticker mit dem Piqto-Kolibri als Motiv:
piqto_histoire_kolibris

Im Frühsommer 2006 entstand die nächste, erste richtige Kollektion. Sie bestand aus mehreren, verschiedenfarbigen T-Shirts, Tank-Tops, Sweatshirts und Jogginghosen – alles für Jungen und Mädchen. Als Motiv diente hauptsächlich der urprüngliche Piqto Logo Schriftzug in verschiedenen Farbkombinationen zum Einsatz, aber auch neue Motive wie der stilisierte Ronaldinho, in Anspielung der bevorstehenden Fussball-Weltmeisterschaft. Auch die Qualität der Klamotten verbesserte sich nun stark durch den Wechsel auf Klamotten von American Apparel…


big_tank_white big_shirt_green_girls
big_ronaldinho_graubig_pants

…Diesmal wurde auch das erste Mal ein richtiges Fotoshoot arangiert, mit meinen Freunden als Models und ich als Fotograf (siehe oben). Location war die Werkstatt meiner Eltern.
Alles war nun etwas professioneller und besser, und schließlich bekam ich erste Features von Seiten wie Addicteed, oder HideYourArms:







…ich war damals mächtig stolz, heute, das muss ich ehrlich sagen, interessieren mich diese Seiten nicht mehr.

Der nächste Sommer stand vor der Tür und 2007 sollte die bislang aufwendigste und erfolgreichste Kollektion werden.

Im Frühling fing ich an neue Motive, Farbkombinationen und Konzepte zu erarbeiten. Dass die heiße Phase des Abiturs gerade begonnen hatte, interessierte mich herzlich wenig… Es war eine schöne, produktive Zeit, das Wetter war gut, ich arbeitete viel draußen und ließ mich von den sommerlichen Temperaturen und meinen grillenden Freunden inspirieren.
Zu dem Standard Piqto-Logo kamen acht weitere Motive hinzu, inklusive gestickter Signatur aus meiner Handschrift:

– alles in verschiedenen Farbkombos, für Jungen und Mädchen.
Neben T-Shirts produzierte ich Hoody’s und Bumbags. Ich orderte und druckte von jedem Teil im Schnitt ca. 15 Exemplare, und hatte am Ende somit über 250 neue Piqto-Teile in großen Kartons verpackt in meinem kleinen Zimmer stehen.

Ein neues Photoshoot wurde organisiert, diesmal stießen zu Mathis, Lukas und Leona, zusätzlich noch Karl, Beran, Felix und Philipp hinzu, später streiften sich auch noch Jascha und Marco ein paar Sachen über. Am Ende des Tages waren alle erschöpft und glücklich – und die Fotos waren schön geworden!




(mein Favoriten aus der Kollektion, die Line-Kolibri Shirts)


Daraufhin baute ich eine neue Website mit integriertem Online-Shop, Blog, und den vielen neuen Bildern.
Der Hauptverkauf lief immer noch privat ab, doch auch der Shop auf PIQTO.COM wurde gut angenommen. So trugen bald nicht nur mehr Freunde & Familie aus der Südstadt und Köln, sondern auch meine neuen “Freunde” aus ganz Deutschland und Europa meine Sachen.
Dies wurde auch unterstützt durch Christian Voigt und seinen Streetwear Shop LIMITEES.COM, dem ich im zusätzlich noch über 30 T-Shirts verkaufte.

limitees_piqto



Dann wurde es etwas ruhiger, ich machte meinen Zivildienst und bewarb mich erfolgreich an der ECAL in Lausanne/Schweiz, wo ich momentan Visuelle Kommunikation / Grafik Design studiere.

Fast vergessen: Im Sommer 2008 wurde Piqto United geboren. Unsere eigene Fussballmannschaft.




Quelle www.piqto-united.com:

“Schon viele Jahre lang wurde in der Kölner Südstadt in der “Kuhle” im Römerpark beim Bauspielplatz (Baui) oder auf den Poller Wiesen bei Wind und Wetter Fussball gespielt.

Gefördert vom regelmässigen Zusammensein entwickelte sich im Laufe der Zeit ein grosser, altersunabhängiger, starker Freundeskreis und eine Gemeinschaft, die sich auch abseits des Fussballplatzes traf.

2005 gründete das langjährige Mitglied Hugo Hoppmann sein eigenes Klamottenlabel Piqto, das auch über die Grenzen der Südstadt hinaus schnell Bekanntheit erlangte.

Von den Freunden unterstützt und wann immer möglich getragen, wurde Piqto allmählich zum Synonym und Symbol jener Gruppe, deren Revier die Südstadt, das Eierplätzchen, die Kuhle war.

Im Frühjahr 2008 kam die Idee auf, die Mannschaft professionell voranzutreiben und Piqto konkret mit dem Fussball zu verbinden; Piqto United war geboren.”

– Ich bin stolz und glücklich über den momentanen Werdegang von Piqto United. Der Blog und das Forum laufen auf Hochtouren, und es werden noch einige spannende Dinge in der nächsten Zeit passieren!


Aber wie soll es mit Piqto weitergehen?

Ich bin im Moment sehr eingenommen von meinem Studium. Dennoch denke ich fast täglich daran, wie schön es wäre neue Piqto Sachen machen zu können.
Ich habe in den letzten Monaten so viele Dinge dazugelernt, die ich gerne auf diese Art und Weise verarbeiten und nach aussen bringen würde.
Eine neue Kollektion würde ich vor allem aber auch für meine Freunde und treue Kundschaft machen, ohne dessen Unterstützung ich das Projekt sowieso niemals auf diese Art und Weise hätte durchziehen können.
Ich habe viele neue Ideen und Vorstellungen, Visionen einer neuen, perfekten Piqto Kollektion.
Ich könnte mir auch gut vorstellen, einige Kollaborationen zu starten, vor allem jetzt, wo ich soviele nette und talentierte Leute kennengelernt habe!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten,

Stay tuned,

– Hugo



Mehr Infos:
www.hugohoppmann.com/piqto-clothing/
www.piqto.com
www.piqto-united.com
Interview mit KoelnKeller.com